17 Mai 2010 - 19:30

Nach der Parlamentswahl im Irak liegt der Block von Ministerpräsident Nuri al Maliki ersten Teilergebnissen zufolge in zwei überwiegend schiitischen Provinzen im Süden des Landes in Führung.

Wie die irakische Wahlkommission nach Auszählung von 34 Prozent der Stimmen bekanntgab, erreichte Malikis Partei in der südlichen Provinz Nadschaf knapp 56.000 Stimmen, in Babylon kam sie auf 69.000. Die Irakische Nationale Allianz, ein Bündnis aus schiitischen Religionsgruppen, kam demnach mit mehreren tausend Stimmen Abstand auf den zweiten Rang. Das schiitisch-sunnitische Bündnis Irakija um den früheren Regierungschef Ijad Allawi landete auf dem dritten Platz. Die vorläufigen Zahlen kommen aus vier von insgesamt 18 Provinzen. Endgültige Resultate werden erst in einigen Tagen erwartet.

Stimmzettel in Mülltonnen?

Das Bündnis von Allawi erhob unmittelbar nach der Bekanntgabe erster Teilergebnisse Fälschungsvorwürfe. Bei der Abstimmung am vergangenen Wochenende sei "massiv betrogen" worden, sagte ein hochrangiges Mitglied des nationalistischen Bündnisses Irakija, dem Sunniten und Schiiten angehören. Ihm lägen mehrere Dutzend Beanstandungen vor. So seien Stimmzettel in Mülltonnen gefunden worden. Auch die Wahlkommission berichtete von rund 1000 Beschwerden. Nähere Angaben machte das Gremium nicht.